|
Ein geduldiger
Parkplatzaufseher in Kiew

Auf diesem,
im Foto
abgelichteten, bewachten Autoparkplatz (sprich "Awtoctajanka") im
Kiewer Ortsteil Trajeschinna, bekam ich am eigenen Leibe zu spüren, wie
sich ein Mensch im Ausland bei aufkommenden Problemen ohne genügende
Sprachkenntnisse fühlt und wie wertvoll es sein kann, wenn andere Leute
eine große Portion Geduld und Ausdauer für jemanden aufbringen können.
|
*******
Es war ca. 23 Uhr
abends, als
ich versuchte auf dem besagten Autoparkplatz, der ganz in der Nähe
unserer Wohnung lag, eine Parklücke zu finden. Es waren aber alle
Plätze belegt, der nächste Autoparkplatz ca. 3km entfernt.
Ich ging also zu dem Aufseher,
der auf einem ca. 5m hohen Wachturm sein Büro, die Kasse und auch den
nötigen Überblick hatte, um ihn zu fragen wie dieses
Problem am besten
gelöst werden könnte.
Das war gar nicht
so einfach mit
meinen damaligen Wortschatz, der noch stark eingeschränkt war. Der
schon gut mit Wodka beladene Mann versuchte mir etwas zu erklären, was
ich aber nicht verstand. Es war ihm anzumerken, das er wohl am liebsten
mit mir zum Wagen gehen würde, was aber nicht möglich war, da ständig
irgendwelche Leute kamen und etwas zu bezahlen hatten -
merkwürdigerweise ohne Auto.

(Später habe ich
erfahren, das
viele Leute nicht das Geld haben um einfach einen Monat im Voraus zu
bezahlen - die kamen ebend jeden zweiten oder dritten Tag, je nach Lage
des Einkommens.)
Wie dem auch sei -
endlich
setzte er die allgemein anerkannte Internationale Körpersprache ein.
Die von Minute zu Minute immer verzweifelter wirkenden Gestikulationen
des Aufsehers, der jetzt auch seine wenigen Büroutensilien und seinen
Wodka zum Anschauungsunterricht hinzu genommen hatte, führten nach
einer knappen 3/4 Stunde zum langersehnten Erfolg.
Folgendes war mir erklärt worden:
Ich sollte den
Wagen quer vor
einer Reihe Autos stellen aber den Gang rauslassen, Handbremse nicht
anziehen und von den vielen Steinen die dort lagen, je einen vor das
Vorder- und Hinterrad legen.
Wenn dann am Morgen
die
zugeparkten Autofahrer wegfahren wollen, nehmen sie einfach die Steine
weg, schieben den Wagen soweit wie nötig vor oder auch zurück, Steine
wieder an die Räder legen - fertig.
Da muß erstmal
jemand drauf kommen.
Ich kam jedenfalls
fix und
fertig zu unserer Wohnung zurück, neuntes Stockwerk und Lift mal wieder
ohne Funktion, wo mich Stefanowitsch Schnitzelbergow mit den Worten
begrüßte:
"Was'n mit
dir los??"
|
zurück zur Vorseite Kiew
|