Auf diesem, im Foto
abgelichteten, bewachten Autoparkplatz (sprich "Awtoctajanka") im
Kiewer Ortsteil Trajeschinna, bekam ich am eigenen Leibe zu spüren, wie
sich ein Mensch im Ausland bei aufkommenden Problemen ohne genügende
Sprachkenntnisse fühlt und wie wertvoll es sein kann, wenn andere Leute
eine große Portion Geduld und Ausdauer für jemanden aufbringen können.
Es war ca. 23 Uhr abends, als ich versuchte auf dem besagten
Autoparkplatz, der ganz in der Nähe unserer Wohnung lag, eine Parklücke
zu finden. Es waren aber alle Plätze belegt, der nächste Autoparkplatz
ca. 3km entfernt.
Ich ging also zu dem Aufseher, der auf einem ca. 5m hohen Wachturm sein
Büro, die Kasse und auch den nötigen Überblick hatte, um ihn zu fragen
wie dieses Problem am besten gelöst werden könnte.
Das war gar nicht so einfach mit meinen damaligen Wortschatz, der noch
stark eingeschränkt war. Der schon gut mit Wodka beladene Mann
versuchte mir etwas zu erklären, was ich aber nicht verstand. Es war
ihm anzumerken, das er wohl am liebsten mit mir zum Wagen gehen würde,
was aber nicht möglich war, da ständig irgendwelche Leute kamen und
etwas zu bezahlen hatten - merkwürdigerweise ohne Auto.

(Später habe ich
erfahren, das viele Leute nicht das Geld haben um einfach einen Monat
im Voraus zu bezahlen - die kamen ebend jeden zweiten oder dritten Tag,
je nach Lage des Einkommens.)
Wie dem auch sei - endlich setzte er die allgemein anerkannte
Internationale Körpersprache ein. Die von Minute zu Minute immer
verzweifelter wirkenden Gestikulationen des Aufsehers, der jetzt auch
seine wenigen Büroutensilien und seinen Wodka zum Anschauungsunterricht
hinzu genommen hatte, führten nach einer knappen 3/4 Stunde zum
langersehnten Erfolg.
Folgendes war mir erklärt worden:
Ich sollte den Wagen quer vor einer Reihe Autos stellen aber den Gang
rauslassen, Handbremse nicht anziehen und von den vielen Steinen die
dort lagen, je einen vor das Vorder- und Hinterrad legen.
Wenn dann am Morgen die zugeparkten Autofahrer wegfahren wollen, nehmen
sie einfach die Steine weg, schieben den Wagen soweit wie nötig vor
oder auch zurück, Steine wieder an die Räder legen - fertig.
Da muß erstmal jemand drauf kommen.
Ich kam jedenfalls fix und fertig zu unserer Wohnung zurück, neuntes
Stockwerk und Lift mal wieder ohne Funktion, wo mich Stefanowitsch
Schnitzelbergow mit den Worten begrüßte:
"Was'n mit dir los??"