Die
früheste Geschichte der Ukraine ist geprägt von den indogermanischen
Steppenvölkern des Kurganvolks, der Kimmerier, der Skythen, Sarmaten
und Alanen. Im 7. und 6. Jahrhundert v. Chr. wurden an der
Schwarzmeerküste, auf der Krim-Halbinsel und am Asowschen Meer auch
zahlreiche griechische Kolonien gegründet, aus denen sich später das
sog. Bosphoranische Reich entwickelte.Im
3. und 4. Jahrhundert n. Chr. herrschten die Goten über das Land an
Dnjestr und Dnjepr, sowie über die Halbinsel Krim, wo sich Reste der
Goten noch viele Jahrhunderte halten sollten. Danach zogen verschiedene
asiatische Nomadenvölker wie z.B. Hunnen, Awaren und Magyaren durch die
südukrainischen Steppen.

Im
9. Jahrhundert errichteten slawische Stämme unter dem Einfluss
skandinavischer Waräger ein Großreich mit Zentrum in Kiew, die "Kiewer
Rus". Dieser Staat, dessen südwestliches Grenzgebiet von der Ukraine
gebildet wurde ("ukraina" = "Grenzland") wird heute von der Ukraine,
Russland und Weißrussland gleichermaßen als Vorläuferstaat gesehen. Im
13. Jahrhundert erlangten Nomadenstämme aus Asien ("Goldene Horde") die
Herrschaft über das Gebiet. Von hier an wird die ukrainische Geschichte
getrennt von der russischen gesehen, die ihre Zentren nach Norden
(Moskau, Nowgorod) verlegte.
Der
Westen (Galizien) wurde im 14. Jh. polnisch (polnische Geschichte), der
Norden kam zu Litauen, während der Süden zu einem eigenständigen
türkisch dominierten Krimkhanat wurde. Gegen den Widerstand der
polnisch-litauischen Adeligen errichtete Bogdan Chmelnizki 1648 einen
eigenständigen ukrainischen Kosakenstaat, der schnell von Russland
abhängig wurde.
1796
wurden
die Gebiete zu einem russischen Gouvernement zusammengefasst. Die
westlichen Gebiete kamen als "Galizien-Lodomerien" zu Österreich. 1917
rief eine Zentral-Rada die Unabhängigkeit der Ukraine aus, die 1919 zu
einer Sowjetrepublik wurde. 1921 musste die Ukraine nach einem Krieg
gegen Polen (Pilsudski) auf Galizien verzichten.
Während
der Kollektivierung in der UdSSR durch Stalin wurde eine Hungersnot
verordnet, die 6 - 8 Mio. Opfer forderte.
Daher
fanden die deutschen Truppen 1940 im 2. Weltkrieg anfangs in der
Ukraine viele Unterstützer gegen die Sowjetmacht, weshalb nach dem
Krieg 300.000 Ukrainer nach Sibirien deportiert wurden.
Unabhängigkeitsbestrebungen,
die die ganze Zeit existierten und ihr Zentrum in der Westukraine in
Lwiw hatten, führten nach der Perestroika 1991 im Zuge der Auflösung
der Sowjetunion zur erneuten Unabhängigkeitserklärung.
Seitdem
kämpfte die Ukraine v.a. in den 1990er Jahren mit starken
wirtschaftlichen Problemen und versucht, außenpolitisch zum einen, eine
neutrale Rolle sowohl dem Westen als auch Russland gegenüber zu spielen.
In
Sewastopol auf der Krim hat die Ukraine einen Militärhafen an die
russische Schwarzmeerflotte verpachtet, andererseits bemüht sich die
Ukraine um stärkere wirtschaftliche Unabhängigkeit von Russland, z.B.
mit der Gründung des Staatenbundes GUUAM nach Vorbild der EU mit
Moldawien, Georgien, Aserbaidschan und Usbekistan.
Von
1991 bis 1994 war Leonid Krawtschuk der erste Präsident der Ukraine.
Von 1992 bis September 1993 war Leonid Kutschma Ministerpräsident und
seit 1994 Präsident der Ukraine; 1999 wurde er erneut zum Präsidenten
gewählt.
Die
Ereignisse um die
Stichwahl am 21. November mündeten in die so genannte Orangene
Revolution, einem mehrwöchigen friedlichen Protest gegen
Wahlfälschungen, in dessen Folge nach einem Beschluss des Obersten
Gerichts am 26. Dezember 2004 die Stichwahl wiederholt wurde. Die
Wiederholungswahl konnte Juschtschenko für sich entscheiden, der seit
23. Januar 2005 amtierender Präsident ist.
Aus den
Parlamentswahlen 2006 ging Janukowytschs Partei der Regionen als
stärkste Kraft hervor. Jedoch erreichten die Parteien der Orangenen
Revolution (Unsere Ukraine, Block Julija Tymoschenko und Sozialistische
Partei der Ukraine) gemeinsam die Mehrheit der Mandate.
Nach
mehrmonatigen, zähen Koalitionsverhandlungen wechselte die
Sozialistische Partei überraschend die Seiten und Wiktor Janukowytsch
wurde von der so genannten Antikrisenkoalition zum Ministerpräsidenten
gewählt. Bis zum Frühjahr 2007 schlossen sich mehrere Überläufer aus
den Reihen der Oppositionsparteien der Koalition an.