Toiletten in der Ukraine / Kiew
Ja, jetzt kommt das zur Sprache, worüber kein Reiseführer gerne
berichtet. Aber wir werden auch zu diesem heiklen Thema schonungslose
Transparenz erzeugen.
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In den Plattenbauten und in privaten Wohnungen sind normale
"Sitzschüsseln", so wie wir sie gewohnt sind, vorhanden und diese
werden auch ganz normal benutzt - also im Sitzen.
(Über den jeweils technischen Zustand sei nur eines gesagt: "Lass' dich
überraschen".)
Die öffentlichen Toiletten sind meistens nach französischen Vorbild
gebaut, wo der Benutzer im stehen, bzw. in der Hocke sein Geschäft
verrichten darf. Diese werden deshalb bevorzugt, weil man sich aus
hygienischen Gründen davor scheut, sein Hinterteil darauf zu setzen wo
schon viele unbekannte Personen ihren Schweiß und sonstiges
hinterlassen haben.
Öffentliche Toiletten werden nach keinem einheitlichen Standart gebaut.
Da kann alles erlebt werden, vom Plumsklo über ein kleines Loch im
Betonboden bis zur modernen Edelstahlanlage.
Nun werden aber neuerdings auch gerne in öffentlichen Einrichtungen die
"Sitzschüsseln" verbaut. Dieses hat aber sehr oft zur Folge, das die
Benutzer sich auf die Brille bzw. auf den Toillettenrand stellen, um
wie gewohnt, hygienisch einwandfrei in der Hocke, das Ventil zu öffnen.
Entsprechend verdreckte und beschädigte Einrichtungen sind die Folge.
Die meisten öffentlichen Einrichtungen sind ohnehin nicht sehr sauber
(besonders bei größeren Veranstaltungen) - mit Ausnahme
derjenigen, die von Personal betreut werden.
Auf dem Lande noch häufig
anzutreffen:
Das Plumsklo.
Meistens schaut einem
anstatt einer Sitzgelegenheit
aber nur ein dunkles Loch
an.
Alle Örtchen haben aber eins gemeinsam: - nämlich kein Toilettenpapier!
Und wenn doch etwas da sein sollte, ist es höchstwahrscheinlich die
einheimische Billigmarke. Die ist aber vergleichbar mit einem deutschen
Butterbrotpapier oder Backpapier, also schön glatt und fest. Übrigens
der Topgrund für eine dortige Rohrverstopfung. Und um eine solche zu
verhindern, wird bei manchen Toiletten ein Papierkorb beigestellt, in
dem bitte auch tunlichst das benutzte Papier entsorgt werden sollte.
Auf dem Lande in ganz kleinen Dörfern wird teilweise auch noch Heu zum
Abwischen genommen.
Es kann vorkommen, das nur ein WC für beide Geschlechter bereitsteht.
Oder aber es stehen nach Geschlechtern getrennte Toiletten zur
Verfügung, sind aber nicht beschriftet. Es ist davon abzuraten, das
einfach auszuprobieren. Beobachten oder fragen zur Vermeidung größeren
Ärgers ist angebracht.
Also:
Punkt eins: Immer einige Meter Toilettenpapier bei sich tragen.
Punkt zwei: Für öffentliche WC's immer etwas Kleingeld für das
eventuell vorhandene Personal bereithalten.
Punkt drei: Nerven nicht verlieren.
Rechnen sie immer damit, das in Bistros oder Restaurant's nach dem
Schlüssel für das WC gefragt werden muss.
Wer in der Öffentlichkeit seine Notdurft verrichtet und erwischt wird,
muss mit bis zu 50 Dollar Strafe rechnen.
Bei zunehmender Ländlichkeit tendiert die Strafe aber gegen Null.
Man
mag es kaum glauben, aber diese Anlagen wurden benutzt, waren in
Betrieb.
Fotografiert in Kiew 1996.
In einer Kleinstadt hatten
wir auch schon einmal erlebt, das nicht nur das WC in einem
grottenschlechten Reinigungszustand war, sondern auch noch das Licht
versagte. Selbst als der Besitzer davon in Kenntnis versetzt wurde,
änderte sich nichts an der Situation. Bedingt durch die betrunkenen
Gäste verschlechterte sich der Zustand des WC's dramatisch. Als dann
gar nichts mehr ging, haben wir und die anderen Gäste den ca.
40m längeren Weg zum nächsten Wäldchen vorgezogen.
Kneipe wechseln wäre auch gegangen, aber die hatten kein kaltes Bier
zur Verfügung - Also...
Zur Ehrenrettung der Ukraine sei aber gesagt, das wir in den meisten
Fällen noch gut zurecht gekommen sind. Empfindlichere Gemüter sollten
aber innerlich auf alles gefasst sein, denn schlechte WC-Anlagen sind
nicht selten.
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